MTB-Marathon in Altenau und Clausthal-Zellerfeld

Bericht von Sven

Nach mehr als zehn Jahren Abstinenz habe ich es mal wieder gewagt; am 22.05. war ich in Altenau und am 29.05. in Clausthal-Zellerfeld zum MTB-Marathon.

In Altenau ging es über 112 km mit ca. 1800 Höhenmetern. Das Wetter hatte an diesem Tag zum Glück endlich mal ein Einsehen mit den Radfahrern, die ganze Zeit über schien die Sonne bei sehr angenehmen Temperaturen.

Die 112 km verteilten sich auf vier Runden. Gleich nach dem Start ging es mit hohem Tempo los, leider hatte ich mir die Strecke vor dem Start nicht angesehen, und gleich ordentlich Plätze eingebüßt. Aber das Rennen sollte ja noch etwas länger dauern. In der ersten Runde hieß es erstmal  einen Platz im Feld zu sichern. Anfangs der zweiten Runde musste ich dann aber einsehen, daß dieses Tempo nicht über vier Runden zu halten war, ab jetzt hieß es nur noch nach Puls fahren. Dies habe ich dann auch bis zum Anfang der letzten Runde durchgehalten. Da ich nun aber schon seit über zwei Runden einen Schatten am Hinterrad hatte, der nun wirklich überhaupt keine Führungsarbeit leisten wollte, zog ich anfangs der letzten Runde das Tempo an. Mit Erfolg: der Schatten war verschwunden, und auch auf einer längeren Geraden nicht mehr  zu sehen. Aber  etwa zehn Kilometer vor dem Ziel  kam der Einbruch. Vermutlich zu wenig gegessen; das sollte einem eigentlich nicht passieren, aber nun war es zu spät, und es kam wie es kommen mußte: An der letzten Steigung direkt vorm Ziel schloß der Schatten wieder zu mir auf, und zog dann auch locker an mir vorbei. Als Ergebnis kam der 14. Platz mit einer Zeit von 5:14 Stunden in der Herren Lizenzklasse heraus.

Ich habe lange gezögert, ob ich eine Woche später gleich den nächsten Marathon fahren soll. Aber pünktlich um 10:00 Uhr stand ich in Clausthal-Zellerfeld im Langlauf Leistungszentrum am Start. Es sollte wieder über 112 km gehen, diesmal aber mit 2700 Hm. Auch das Wetter spielte wieder mit. In der Nacht hatte es noch ein Unwetter gegeben, aber zum Rennen schien wieder die Sonne, es war schon fast zu warm und durch den Regen in der Nacht auch sehr schwül. Nach den Erlebnissen vom letzten Wochenende hatte ich mir vorgenommen den Start etwas ruhiger angehen zu lassen, und von Anfang an mehr zu essen, um nicht wieder am Ende einzubrechen. Aber es kommt ja doch meistens anders als man es sich vornimmt. Als ich 15 Minuten vorm Start im Startbereich ankam, herrschte dort schon ein Riesenandrang, ich musste mich also erst mal ziemlich weit hinten anstellen. Als es dann endlich losging hatte ich eine Menge Fahrer vor mir, die doch deutlich langsamer unterwegs waren wie ich. Damit war der ruhige Start schon in Vergessenheit geraten, es ging erstmal nur ans überholen, und der Puls dabei mächtig nach oben. Nach der ersten langen Steigung hatte ich mich soweit nach vorne gearbeitet, daß ich erstmal zufrieden war und jetzt etwas ruhiger fahren wollte. Doch dann passierte es, auf einer schnellen Abfahrt erwischte ich einen dicken Stein, und der Hinterreifen war platt. Ist gar nicht so einfach mit platten Hinterrad auf steinigem Untergrund das Rad zum stehen zu bekommen. Das Hinterrad war schnell wieder geflickt, aber da sich der Defekt kurz nach dem Start ereignet hatte, war ich nun wahrscheinlich der letzte Fahrer auf der Runde. Alles Überholen am ersten Anstieg war umsonst, und der nun folgende Streckenteil war oft sehr schmal, ein Überholen damit meist nicht möglich. Somit hat mich der Defekt viel mehr Zeit gekostet, als die Zeit beim Flicken.

Zum Ende der ersten Runde von 56 km hatte ich mich wieder ganz gut nach vorne gearbeitet und meinen Rhythmus gefunden. Bei der Zieldurchfahrt fuhren alle in meiner Nähe fahrenden Mountainbiker durchs Ziel, ich sollte noch einmal 56 km fahren. Ich hoffte nur, daß ich noch zu anderen Fahrern würde aufschliessen können, damit ich nicht die ganze Zeit alleine unterwegs bin. Dieser Wunsch erfüllte sich schon an der nächsten Verpflegung, dort traf ich mehrere Fahrer, einer fuhr in etwa mein Tempo. Wir fuhren nun eine ganze Zeit abwechselnd Führungsarbeit leistend dem Ziel entgegen. Ab Kilometer 90 wurde es dann langsam eng, Krämpfe in beiden Beinen machten sich bemerkbar, die Höhenmeter taten langsam ihre Wirkung. Mein Mitstreiter zog nun langsam davon, ich hoffte nur, das die Krämpfe nicht schlimmer werden würden. Bis zum Ziel blieb ich nun alleine, hatte dies aber nach 5:49 Stunden als 25. in der Herren Lizenzklasse erreicht. Damit lag ich deutlich unter der erwarteten Zeit von 6:30 Stunden, und war damit sehr zufrieden.

Beide Veranstaltungen haben mir viel Spaß gemacht, obwohl der Tag danach jeweils nicht gerade der angenehmste war.






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