24-Stunden-Seenfahrt
Am 21./22.07.07 richteten der Audax-Club-Schleswig-Holstein und Endspurt Hamburg gemeinsam eine 24-Stunden-Fahrt aus. Ziel hierbei ist es, im vorgegebenen Zeitrahmen möglichst viele Kilometer zu fahren. Lars, stets auf der Suche nach der "Langen Kante", wollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und unterzog sich und dem Material einem letzten Härtefest für das im August 2007 stattfindende Langstreckenrennen Paris-Brest-Paris.
Nach den Brevets des Frühjahrs wich - sehr zur Freude der Gattin Monica - die bekannte Nervösität und Hektik in der Vorbereitung einer umsichtigen Routine. Das Rad wurde bereits am Freitag für Langstrecke und Nachtfahrt um- und aufgerüstet, das Körbchen mit Wechselwäsche und sonstigen nützlichen Utensilien gepackt und im Auto verstaut. Der Start in Großhansdorf am Samstag um 14 Uhr erfolgte entspannt und bei heiterem Wetter und Gemüt.
Die Route führte über für die Sonntags-RTF ausgeschilderte Strecken. Wegbeschreibung und Karte wurden diesmal also nicht benötigt. So konnte man die schöne Lauenburger Seenlandschaft aufmerksam betrachten. Die abends einbrechende Dämmerung erschwerte dies jedoch zunehmend bis hin zur völligen Unmöglichkeit. Nun wurden bei nächtlicher Dunkelheit auf einer Strecke von ca. 40 km Runde um Runde gedreht. An den Eckpunkten in Großhansdorf und Wentorf warteten fleißige Helfer darauf, die Runden zu notieren und vorzügliche Verpflegung (Pizza, Pasta, Suppe, Brötchen, Obst, Gemüse u.v.m.) anzubieten sowie mit den Fahrern zu plaudern. Die Themen waren vielfältig und der voranschreitenden Uhrzeit angemessen. Thorsten, Thies, Dirk und Lars fuhren dem Feld voraus, waren aber nicht auf der Flucht, sondern dankbar für den tollen Service, den sie und auch die nachfolgenden Fahrer fleißig in Anspruch nahmen.
Morgens um 4 setzte dann der große Regen ein, der bis 14 Uhr einfach nicht mehr aufhören wollte. Jetzt waren nicht nur die Beine, sondern auch der Kopf gefragt. Das Feld teilte sich in einsam fahrende Durchhalter und auf wartende Pausenmacher auf. "Nasser als nass gibt's nicht - außerdem habe ich für 24 Stunden bezahlt" dachte sich Lars und radelte weiter, verkürzte jedoch die Pausen, um auf Betriebstemperatur zu bleiben. Sonntag ab 9 Uhr wechselte Lars wieder auf die große Schleife und erhielt so von den wenigen RTF-Fahrern hilfreiche moralische Unterstützung für die letzten Stunden. Ausgepowert und zurück in Großhansdorf war dann um 13.30 Uhr endgültig Feierabend.
Beim ausgiebigen Duschen dann die Rufe der anderen: "Lars, wo bist Du?" Fertig geduscht lässt Lars sich blicken. "Siegerehrung!" Verdattert und verlegen nahm Lars für 601 zurück gelegte Kilometer den Siegerpokal entgegen.
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